Zuletzt gesehen: Juli 2013

Filme:

Le nom des gens – 7/10
The Adjustment Bureau – 5/10
Polizeiruf 110: Der Tod macht Engel aus uns allen – 8/10

Serien:

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31. Filmfest München – Festivalbericht Teil 2

Und ich begrüße euch wieder ganz herzlich zum zweiten und letzten Teil meines Resümees des 31. Filmfest München. Aber ohne groß viel Worte zu verlieren, geht es auch schon in die Vollen.

Tag 5: Emanzipation im Islam, Emanzipation durch Gangzugehörigkeit, zerrüttete Familien und Alkoholismus

Der fünfte Tag fing früh an, da STEIN DER GEDULD schon gegen 09:30 Uhr startete. Für ein Filmfestival eine wirklich unmögliche Zeit, aber was macht man nicht alles als Besucher um „seine“ Filme zu sehen!?
Jedenfalls, der zweite Film von Atiq Rahimi ist eine Verfilmung seines dritten Buches mit dem gleichen Titel, in welchem wir uns in einem nicht näher genannten islamischen Land befinden, welches durch einen Krieg verwüstet und durch feindliche Truppen besetzt wurde und einer Frau dabei zuschauen, wie sie ihren seit zwei Wochen im Koma liegenden Mann pflegt und sich im auf Grund seines Zustandes immer weiter öffnet und ihm ihre innersten Gedanken offenbart.
STEIN DER GEDULD ist ein ruhiger, poetischer und betörender Film mit einer unglaublichen Golshifteh Farahani in der Hauptrolle – sie trägt den Film quasi alleine -, über die Emanzipation einer Frau gegenüber ihrem Mann, der sich auf Grund seines Zustandes nicht wehren und somit seine Dominanz nicht wieder herstellen kann, in einer islamisch-patriarchalisch geprägten Gesellschaft. Er ist deswegen auch höchst politisch, gibt er doch allen gesichts- und sprachlosen muslimischen Frauen die Chance zu teilen was hinter ihren Schleiern und in ihren Gedanken vor sich geht.

Nach der Emanzipation der muslimischen Frau ging es in FOXFIRE mit der Emanzipation der Frau/des Mädchens durch die Mitgliedschaft in einer Gang weiter. FOXFIRE ist Laurent Cantet aktuellster Film und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joyce Carol Oates. Dessen Geschichte spielt in den 1950er Jahren in der fiktiven Stadt Hammond im Staat New York und handelt von der Mädchengang Foxfire, wie diese – um der männlich dominierten Welt einen Gegenpol zu bieten – durch Margaret „Legs“ Sadovsky, Madeleine „Maddy“ Wirtz und anderen Mädchen gegründet wurde und wie sie im Bestreben ein unabhängiges Leben zu führen ein jehes Ende fand.
Vieles an der Prämisse des Films ist durchaus interessant, sei es die Emanzipation der Gang gegenüber ihrer Umgebung, die Emanzipation der einzelnen Mitglieder losgelöst von ihrer Gang oder die Widrigkeiten die diese Zeit mit sich brachte, aber auch die vielen Details die über die gesamte Laufzeit verteilt eingeworfen werden um ein genaueres Bild der damaligen Gesellschaft und der einzelnen Mitglieder zu zeichnen, nur verpasst es Laurent Cantet diese weiter auszubauen, so dass am Ende ein zwar recht ansehnlicher und teils sehr gut gespielter aber eher mittelmäßiger Film mit zu viel verschenktem Potenzial übrig bleibt.

Gleich nach FOXFIRE ging es mit raschem Schritt zum nächsten Film, der Verfilmung von William Faulkners Roman „As I Lay Dying“ von und mit James Franco.
Addie Bundren liegt im Sterben und hat nur einen Wunsch, in der nahe gelegenen Stadt Jefferson begraben zu werden. Ihr Mann Anse und die Kinder der Familie kommen dem Wunsch der Mutter nach und begeben sich auf eine Reise die zunehmend fordernder wird und die Familie vor zahlreiche Hürden stellt ohne Aussicht auf Besserung.
Im Gegensatz zu seinen anderen Filmen arbeitet Franco diesmal ohne den Einsatz von Metaebenen oder Metaphern und liefert eine stringente Geschichte über das Innerste einer durch den Tod der Mutter gebeutelten Familie, die von der Sturheit des Vaters den Wunsch der Mutter auf Gedeih und Verderb zu erfüllen vorangetrieben wird und von den Geheimnissen einiger zersetzt wird – „eine Familienodyssee voller Widerwärtigkeiten.“ Franco setzt dabei auf eine eher ungewöhnliche Erzählweise, die sich auf Grund der Split Screens, Monologe aus dem Off und die direkt an den Zuschauer gerichteten Monologe vielmehr wie eine avantgardistische Videoinstallation anfühlt und stellenweise doch anstrengend sein kann und dem Zuschauer jeglichen Zugang verwehrt. Apropos anstrengend, noch nie war ich wegen dieses extremen Südstaatengenuschels so dankbar für die Einblendung von Untertiteln.

Der eher ungeplant letzte Film des Tages war THE SPECTACULAR NOW, der neue Film von James Ponsoldt, der bei uns erst kürzlich mit seinem zweiten Film SMASHED in den Kinos war.
In THE SPECTACULAR NOW verfolgen wir den charmanten Highschoolschüler Sutter Keely in seinem Senior Year wie er das Leben zu einer einzigen Party macht und keinerlei Gedanken an seine Zukunft verschwendet – er lebt quasi im „spektakulären Jetzt“. Eines Tages jedoch trifft er auf die etwas naive und für die Zukunft planende Aimee Finicky, zu der er sich trotz aller Unterschiede hingezogen fühlt.
Der Film ist oberflächlich betrachtet ein klassischer Coming-of-Age Independent, der sich vordergründig mit Sutter Keely, Aimee Finicky und deren Beziehung zu einander befasst und dennoch genügend Tiefe besitzt sich auch mit dem Konflikt und der Konfusion vieler Jugendlicher zu befassen was sie denn nun mit ihrer eigenen oder gemeinsamen Zukunft anstellen wollen bzw. sollen. Das alles jedoch wird von Ponsoldt auf geschickte Weise genutzt um noch ein anderes Thema anzusprechen: Alkoholismus unter Jugendlichen. Allerdings war mir persönlich die Auseinandersetzung mit dem Thema nicht kritisch genug, obwohl es Ponsoldt versteht dieses vollkommen wertungsfrei anzusprechen. Darüber hinaus weiß der Film mit seiner nicht gänzlich indie-typischen Inszenierung und seiner Besetzung – hier vor allem Miles Teller und Shailene Woodley in den Hauptrollen – durchaus zu gefallen.

Nach dem Klick geht es mit Tag 6 bis 8 weiter.

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31. Filmfest München – Festivalbericht Teil 1

Wie schon im letzten Jahr gibt es wieder einmal ein persönlichen Resümee des Filmfest München von mir; allerdings mit einer kleinen Verzögerung, wie ihr aber sicherlich schon bemerkt habt.

Das komplette Filmfestprogramm findet ihr hier und eine erste Übersicht über alle von mir gesehenen Filme inklusive Bewertungen findet ihr in meiner Liste.

Damit soll es nun genug der Einleitung sein und wir kommen zum Eigentlichen.

Tag 1: eine Freundschaft unter Künstlern, Acid und Shakespeare

Der erste Tag des Filmfest München fing nicht sofort mit einem Film an, sondern mit dem Besuch der Blackbox im Gasteig, in der oft Diskussionen, Vorstellungen, Interviews und ähnliches gehalten werden. Die Freude war auch ungemein groß, da Nicholas Winding Refn und Alejandro Jodorowski zusammen im Gespräch waren und über ihre Freundschaft, ihre Kollaboration bezüglich der Verfilmung von The Incal und die nie zustande gekommene Verfilmung von Dune durch Jodorowski gesprochen haben. Und Jodorwski hat es sich nicht nehmen lassen, wieder über Hollywood herzuziehen und das mit einer gewohnten Deutlichkeit.

Nach oder besser gesagt noch während der Blackbox ging es dann auch zu ONLY GOD FORGIVES, ein Film auf den ich mich seit seiner Ankündigung wirklich sehr gefreut habe.
Als Julien erfährt, dass sein Bruder Billy auf Geheiß eines undurchsichtigen und pensionierten Polizisten vom Vater der von Billy getöteten Tochter umgebracht wird, setzt er alles daran, den Polizisten aufzuspüren und den Tod seines Bruder zu rächen. Als dann auch noch seine Mutter auftaucht spitzt sich die Situation für Julien zu.
ONLY GOD FORGIVES kann man durchaus – wie einige schreiben – als eine Art dritten Teil einer Trilogie auffassen bzw. als eine Art „spiritual successor“, der eine Mischung aus VALHALLA RISING und DRIVE darstellt. Der Film wirkt dank der erneut großartigen Inszenierung von Refn – eine klare Steigerung zu beiden Filmen –, dem zu VALHALLA RISING nicht unähnlichen Soundtrack von Martinez und der ästhetisierten Gewalt wie ein künstlerischer und fiebriger Albtraum mit einer unglaublich dichten und bedrohlichen Atmosphäre und markiert die Rückkehr von Refn zu seinem eher mainstream-inkompatiblen Kino. Er selbst meinte bei der Vorstellung des Films auch, ONLY GOD FORGIVES wäre wie ein guter Trip auf Acid.

Nachdem ONLY GOD FORGIVES dann zu Ende und ich im Begriff das Kino zu verlassen war, gab es noch einen kleinen Zwischenfall: Auf einmal kam mir eine kleine Traube an Menschen mit schnellem Schritt entgegen, umringt von finster dreinblickenden Personenschützern, die jeden aus dem Weg getrieben haben und in Mitten derer war ein einzelner, älterer und leicht irritiert wirkender Mann. Es war kein geringerer als Sir Michael Caine.
Das sollte bis zum Ende auch das einzige große Erlebnis dieser Art geblieben sein.

Der zweite und letzte Film für diesen Tag war MUCH ADO ABOUT NOTHING, die filmische Adaption von Shakespeares gleichnamigen Stück durch Joss Whedon, in der sich alles um Benedick und Beatrice und zum anderen um Claudio und Hero dreht.
Much Ado About Nothing gilt gemein hin als eine von Shakespeares besten Komödien, die sich vor allem durch die Verarbeitung verschiedener Motive wie Geschlechterrollen, Identitäten, Untreue sowie eine reelle Darstellung von Liebe auszeichnet, was auch dazu führt, dass sie trotz ihres generell humorvollen und fröhlichen Tons mit dunkleren Belangen durchsetzt ist, die mit den angesprochenen Motiven einhergehen. All das ist gerade für Joss Whedon bestes Ausgangsmaterial, welches er – trotz Beibehaltung der Originaltexte – mit einer scheinbaren Leichtigkeit in das Hier und Jetzt transportiert (die Implikationen des Stückes sind nachwievor zeitgemäß, was hierdurch nur bestätigt wird) und diesem zusätzlich noch seine eigene Handschrift verpasst.
Dazu kommt dann noch das wunderbar aufgelegte Ensemble (hauptsächlich bestehend aus Freunden und „Dauerschauspielkollegen“ von Joss Whedon) und die dadurch entstehende Atmosphäre, was MUCH ADO ABOUT NOTHING zu einem kleinen Geheimtipp macht, den sich nicht nur Whedon- und/oder Shakespeare-Fans anschauen sollten.

Nach dem Klick geht es mit den Tagen 2 bis 4 weiter.

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Zuletzt gesehen: Juni 2013

Filme:

R’ha (Kurzfilm) – 8/10
The Curious Case of Benjamin Button – 5/10
Laurence Anyways – 8/10
The Place Beyond the Pines – 8/10
Freier Fall – 7/10

Serien:

Broadchurch Series 1 – 8/10
The Fall Series 1 – 7/10
Hannibal Season 1 – 8/10
Frankie Series 1 – 6/10
Veep Season 2 – 7/10
Orphan Black Season 1 – 8/10
Mushishi – 8/10

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Zuletzt gesehen: Mai 2013

Filme:

Iron Man 3 – 5/10
The Broken Circle – 7/10
The Killing Fields – 7/10
Tatort: Borowski und der brennende Mann – 7/10
Side Effects – 6/10
The Evil Dead – 8/10
Evil Dead – 6/10
Primer – 7/10
The Great Gatsby – 6/10
Hauru no ugoku shiro – 8/10

Serien:

Dennou Coil – 8/10
Life Of Crime – 7/10
JAG Season 4 – 7/10
JAG Season 5 – 7/10

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