Scott Pilgrim vs. the World (Rezension)

Hach, was war ich froh, als ich gelesen habe, dass die Veröffentlichung des Films von Januar 2011 auf Oktober 2010 vorgezogen wurde. War ein sehr gute Entscheidung!

„Scott Pilgrim vs the World“ ist einer der Filme, der mehr oder weniger groß angekündigt wird wie es in der Branche üblich ist, aber dennoch ein eher spezielles Publikum anspricht. Sehr deutlich machen das auch die Box Office Zahlen:
Budget: $60,000,000 (estimated)
Opening Weekend: $10,609,795 (USA) (15 August 2010) (2818 Screens)
Gross: $31,494,270 (USA) (4 October 2010)

Mehr Zahlen findet ihr hier: klick

Hier in DE wird er es sicherlich noch schwerer haben.

Auch wenn der Film im Kino kein kommerzieller Erfolg werden sollte, so wird die DVD-/BR-Auswertung höchstwahrscheinlich um einiges mehr einspielen. Die Geeks und Nerds sitzen halt lieber zuhause als in einem großen Kino mit vielen Menschen.

Nun aber zum Film selber …
Er ist eine Adaption der sehr bekannten – und auch mit Referenzen durchzogenen – Comicreihe „Scott Pilgrim“, welche ich im Übrigen noch nicht gelesen habe und somit auch keinerlei Vergleich ziehen werde.
(der Titel des Films basiert auf dem zweiten Band)

Seine Geschichte dreht sich um den Mittzwanziger Scott Pilgrim, sein Leben, seine Band und seine Liebe zu Ramona Flowers. Letzeres ist allerdings nicht ganz ohne Hindernisse, muss er doch Ramona’s sieben „Evil Exes“ besiegen.

Edgar Wright, der schon „Shaun Of The Dead“ und „Hot Fuzz“ (zwei Teile der „Blood and Ice Cream Trilogy“, der letzte Teil heißt „The World’s End“) gedreht hat, beweist mit diesem Film, dass er den Geeks und Nerds treu bleibt und das ohne Ausnahme.
Seine Adaption des Comics ist nicht nur eine simple Adaption, nein, er ist im Prinzip ein interaktiver Comic bei dem der Zuschauer zusieht wie das Comic gelesen wird, Seite für Seite. Szenen sind entsprechend aufbereitet, Szenenübergänge werden entsprechend genutzt, Effekte werden entsprechend eingesetzt … alles um das richtige Feeling aufkommen zu lassen. Und das gelingt von der ersten Minute an.
Apropos erste Minute, der Film beginnt schon damit, dass das Logo von Universal komplett in 8-Bit gestaltet wurde und in diesem Stil übergeleitet wird. Was dann folgt ist eine reine Freude für Geeks/Nerds die sich im speziellen auf Comics/Spiele und der gleichen eingelassen haben oder älteren Leuten deren Wurzeln darin lagen.
In den wirklich kurzweiligen 112 Minuten gibt es unglaublich viele Referenzen zu entdecken, mit Effekten überbordende Kämpfe, sehr viel Wortwitz, schrägen Humor und einen Hauch Erotik (dank Mary Elizabeth Winstead) zu sehen.

Allerdings ist ein Film nichts ohne seine Cast und diese ist bis in die Nebenrollen sehr gut besetzt worden.
Allen voran Michael Cera als Scott Pilgrim, welcher es schafft der Figur wirklich einen sehr eigenen Charakter zu verleihen und in so darzustellen wie man es sich vielleicht auch vorstellt.
Mary Elizabeth Winstead als Ramona Flowers ist wirklich umwerfend und ist mit Ellen Wong (Knives Chau) ein wahrer Blickfang.
Aber auch die restlichen Charakter werden sehr gut dargestellt, sei es Wallace, Lucas Lee (Chris Evan’s herrlich selbstironisch) etc.
Hier wurde wirklich gute Arbeit geleistet die jeweilige Rolle entsprechend zu besetzen.

Kommen wir noch schnell zur Musik. Sowohl Score (Nigel Godrich’s erste Arbeit in dem Bereich) als auch die verwendeten Songs passen sich sehr gut in den Film ein. Allerdings hätte ich mir etwas mehr 8-Bit Chiptunes gewünscht wie sie im gleichnamigen Spiel verwendet wird. Das hätte dem Film noch etwas mehr Spielecharakter verliehen.

Für „Normalos“ wird der Film wahrscheinlich zu einer Geduldsprobe, da er auf Grund seines Hintergrundes, seines Aufbaus und seiner Schnelligkeit nicht wirklich für das Mainstreampublikum gedacht ist. Es ist einfach zuviel von Allem.

Während des Films habe ich mich wie ein kleines Kind gefühlt, welches gerade dabei ist sein neues Spielzeug auszupacken und zu entdecken. Der Film war seit langem genau das was der Geek/Nerd in mir sehen wollte.
Auch wenn die Bewertung gleich ist, würde ich sagen, dass „Scott Pilgrim vs. the World“ sogar besser ist als Nolan’s „Inception“. Der Film hat halt ein +1 Geekbonus.

Mein abschließendes Fazit: I lesbians this movie! (Achtung „Insider“, also Film anschauen!)

9,5/10

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