My Summer Of Love, Lost and Delirious, Twelve (Kurzrezensionen)

Hier die Kurzreviews zu Lost and Delirious, My Summer Of Love und Twelve.

Lost and Delirious

„Lost and Delirious“ ist die Verfilmung des Romans „The Wives Of Bath“. Er wurde entsprechend in die Neuzeit adaptiert und angepasst. Einen genauen Vergleich kann und werde ich aber nicht anstreben, da ich die Romanvorlage nicht kenne.

Der Film handelt von den Erlebnissen und Erfahrungen dreier Mädchen – Mary Bedford, Pauline Oster und Victoria Moller – in einem privaten Internat und wird hauptsächlich aus der Sichtweise von Mary Bedford erzählt. Er wandelt sich im Laufe der Zeit von einem einfachen Internatsfilm (Heimweh, alltäglicher Blödsinn, „Mädchenprobleme“) zu einem sehr ernsten Film über die Abgründe menschlicher Emotionen wie die Liebe, welche Dreh- und Angelpunkt des Filmes ist.

Leider kann er mit seinen Bildern nicht ganz überzeugen, wirken sie doch teilweise zu voll oder einfach Fehl am Platz. Auch intime Momente wirken dadurch eher trist. Man kann hier nicht einmal das Alter als Argument anführen, da es selbst noch ältere Filme schaffen Atmosphäre etc. allein durch ihre Bilder aufzubauen.
Selbst bei der Musik wurden nicht wirklich gute Entscheidungen getroffen, da Gut und Böse Hand in Hand gehen. Mal stimmt die musikalische Untermalung und mal nicht, auf Dauer stört dass den Fluss des Films.

Das was Bilder und Musik nicht schaffen, wird gänzlich von der schauspielerischen Leistung Piper Perabo’s überdeckt. Sie spielt den Charakter der von Liebe zerfressenen Pauline mit einer unglaublich emotionalen Stärke, auch wenn es ab und an etwas aufgesetzt wirkt, aber ist das nicht manchmal so bei Mädchen in diesem Alter? 😉

Die Vermittlung der Emotionen und der Thematik schafft der Film ohne Hürde, scheitert allerdings an handwerklichen Dingen, so dass kein wirklicher Fluss entsteht und man während des Films immer wieder „herausgerissen“ wird. Somit schafft er es schlussendlich nicht komplett zu fesseln.

7/10

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My Summer Of Love

In „My Summer Of Love“ wird die Geschichte von der burschikosen Mona erzählt, die während eines Sommer im Yorkshire Umland auf die exotische und verhätschelte Tamsin trifft. Während ihrer gemeinsamen Zeit merken sie, dass sie von einander viel lernen und entdecken können und dass zwischen ihnen mehr besteht als nur eine simple Freundschaft.

Pawel Pawlikowski’s Regiearbeit beweist eine erfreuliche Leichtigkeit um die – leider etwas seichte – Geschichte zu transportieren, konzentriert sich der Film doch größtenteils auf Mona und Tamsin. Größtenteils deswegen, da die (wenigen) Nebenhandlungen ein wenig ungelenk und zusammenhangslos wirken, aber dennoch ihre Berechtigung haben.

Der Film lebt vor allem durch seine einfach gestalteten Szenen und wunderbaren Bilder eines englischen Sommers und auch durch die hervorragenden Leistungen von Natalie Press (Mona) und Emily Blunt (Tamsin), die der Beziehung zwischen Mona und Tamsin das gewisse Extra verleihen. Man merkt sehr deutlich, dass die Chemie zwischen beiden Schauspielerinnen stimmt.

Daneben kann auch die Score und die Musik überzeugen. Es wird viel klassische Musik eingesetzt, aber auch Chanson (Edith Piaf’s „La Foule“) kommt hier und da zum Einsatz. Dadurch werden die einzelnen Szenen und Emotionen entsprechend gut untermalen.

Auch wenn es hier und da ein paar Dinge gibt die hätten besser sein können, so verfehlt der Film nicht seine eigentliche Intention und weiß dennoch zu überzeugen.

8/10

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Twelve

Joel Schumacher’s aktuellster Film über den Alltag eines 17-jährigen Drogendealers und allerlei Klientel ist leider nicht der beste seiner Filmkarriere.

Im Groben geht es um White Mike der seit dem Tod seines Vaters die Schule geschmissen hat und seitdem mit Drogendeals sein Geld verdient. Dazu werden allerlei Nebenhandlungen erzählt die in irgendeiner Art und Weise mit der Haupthandlung von White Mike zusammengeflochten werden. Das Ganze wird dabei von einem Sprecher (im Original Keither Sutherland) aus dem Off erzählt, was auf Dauer – dank der monotonen Stimmlage – nicht wirklich hilfreich für die Entwicklung des Filmes ist.

Was dem Film fehlt ist Tiefe und Glaubwürdigkeit. Viele der Charaktere werden von Schauspielern (oder Models) dargestellt die x Jahre älter sind wie z.B. White Mike der mit 17 mit einem Vollbart rumläuft.
Dazu kommt, dass den Charakteren viel zu flache Hintergrundgeschichten (wenn überhaupt) geschrieben wurden.

Auch handwerklich und musikalisch bleibt der Film hinter Schumacher’s älteren Werken, einzig die Szenen in denen White Mike’s Vergangenheit und Beweggründe näher beleuchtet werden, wissen durch ihre Einzigartigkeit im Gegensatz zum Rest des Films zu überzeugen.

Schade das Schumacher nicht zu alter Größe gefunden hat um den Film wirklich zu etwas zu machen, was er so nur ansatzweise versucht darzustellen. Das er es kann hat er schon öfters bewiesen.

4/10

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