Machete (Rezension)

Eigentlich könnte man sich eine Rezension sparen, denn wie sagte Machete so treffend im Film:
Machete don’t text!

Aber das würde dem Film – m.M.n. – nicht gerecht werden, also …

Nach dem enormen Erfolg und Zuspruch der Fangemeinde bezüglich des Fake-Trailers zu „Machete“ bei dem Grindhouse-Doppelfeature war es nur eine Frage der Zeit und der Finanzierung bis daraus ein richtiger Film gedreht wurde. Und nun ist es soweit, Machete mischt die Kinoleinwände auf!

Zur Geschichte des Films: Machete wird für einen Auftragsmord angeheuert, bei dem er aber selbst ins Kreuzfeuer gerät und er daraufhin ein großes Komplott aufdeckt. Machete ist angepisst und will all jene zur Rechenschaft ziehen die ihn und seine Freunde verraten haben.
Treffend umschreibt es diese Tagline: „They just fucked with the wrong Mexican!“

Der interessanteste Teil der Geschichte ist aber Rodriguez‘ fein eingebauter Seitenhieb auf die US-Xenophobie, welche seit jeher immer noch sehr aktuell ist. Gerade auch durch die kürzlich beschlossenen Gesetze. Aber das wird jetzt zuviel Politik.

Leider verliert sich Rodriguez nach einem grandiosen Einstieg ein wenig in der Ausarbeitung der Geschichte so das der Film etwas an Geschwindigkeit verliert. Hier hätte ich mir gewünscht, dass er sich eher auf auf eine konsequente Umsetzung dessen setzt was der Fake-Trailer versprochen hat.

Handwerklich bewegt sich der Film auf normalem Niveau, denn sind wir mal ehrlich, von einem Exploitationsfilm (oder doch eher Mexploitation) erwartet keiner, dass dieser in allen Belangen technisch perfekt ist.
Er ist stellenweise – wie bei „Death Proof“ oder auch „Planet Terror“ – auf alt getrimmt, was allerdings nicht konsequent durchgezogen wird.
Auch bei den Effekten muss man trotz des gewollten Trashfaktors ein paar Abstriche machen, wird doch auch hier CGI eingesetzt. Das sieht nicht immer gut aus. Apropos CGI, was man sich dabei gedacht hat computergenerierte Brüste auf Alba’s Körper zu fummeln, erschließt sich mir nicht. Man hat sowieso nichts gesehen, also hätte man diesen Schritt nicht gehen brauchen oder die Szene anders drehen sollen.
Die Kameraarbeit von Maniquis und Rodriguez ist solide, gewinnt aber keinen Oscar. Sie halten drauf, mehr nicht. Positiv erwähnen muss man aber, dass sie sich gegen die allseits ungeliebte „Wackelkamera“ entschieden haben.

Musikalisch gibt es nichts auszusetzen. Der Film wird durchweg von einer guten Score begleitet. Allein schon der Anfang des Films ist enorm.

Die Cast des Films hat viele große Namen verschiedenster Bereiche: Trejo, Alba, Rodriguez, De Niro, Johnson, Segal, Fahey, Marin, Lohan, Savini
Alle spielen ihre (wer hätte es gedacht, arg stereotypen) Rollen mit unglaublicher Verve und viel Selbstironie. Man kann davon ausgehen, dass alle ihren Spaß beim Dreh hatten.
Für Trejo ist es die Hauptrolle schlechthin, nachdem er nur mit kleineren und größeren Nebenrollen sein Geld verdient hat. Der Charakter des Machete ist wie für ihn gemacht.
Aber Segal sollte wirklich langsam mal nachdenken sich aus dem Filmgeschäft zurückzuziehen, wirkliche Leistung erbringt er jedenfalls nicht mehr.

Interessant ist, dass es eine Verbindung zu einem anderen Film von Rodriguez gibt. Und zwar ist das „Spy Kids“, in diesem spielt Trejo ebenfalls einen Charakter namens „Machete“.
Von den gleichen Charakteren abgesehen, gibt es noch eine weitere Referenz zzu „Spy Kids“ und das ist der Zusatz im Titel des Grindhouse-Trailers „Machete’s Body Shop“. (welcher in abgewandelter Form auch in „Machete“ vorkommt)
Daneben gibt es im Film selbst auch einige wirklich gute Anspielung und Referenzen.

Auch wenn der Film Potential verschenkt, so habe ich zumindest genau das bekommen was ich auch erwartet habe: brutale Gewalt, „Sleazyness“, knackige Oneliner, Frauen und eine gute Portion „Over the top“.
All das hätte durchaus noch gesteigert werden können, aber das ist jetzt meckern auf hohem Niveau.

8/10

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