Fish Tank, Remember Me, The Kids Are All Right, Wall Street 2, Wild Target (Kurzrezensionen)

Hier die Kurzreviews zu Fish Tank, Remember Me, The Kids Are All Right, Wall Street: Money Never Sleeps und Wild Target.

Fish Tank

In Fish Tank dreht sich alles um die lebhafte und sehr impulsive 15-jährige Mia, die mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester in einem „sozial schwachen“ (blöder Euphemismus) Vorort von Essex wohnt. Anstatt in die Schule zu gehen, zieht sie lieber ihr eigenes Ding durch, lebt in den Tag hinein und tanzt sich die Seele aus dem Leib.
Ihr Leben wird allerdings gehörig durcheinander geworfen, als Connor auftaucht.

Getragen wird der Film alleine durch Katie Jarvis, die die 15-jährige Mia spielt. Sie wurde von einer Casting Assistentin bei einem Streit mit ihrem Freund entdeckt und für die Rolle der Mia vorgeschlagen. Jarvis hat zwar keinerlei schauspielerische Erfahrung, brilliert aber durch eine einzigartige und starke Leistung.
Neben Jaarvis können aber auch Fassbender und die anderen überzeugen. Leider ist das Problem bei Fassbender, dass er durch seinen Bekanntheitsgrad ein wenig omnipräsent wirkt, auch wenn er insgesamt nur wenige Szenen hat.

Da ein wesentlicher Bestandteil von Mia’s Leben das Tanzen ist, ist der Film auch entsprechend mit Musik unterlegt. Wer auch immer die Musikauswahl getroffen hat, hat ein gutes Händchen bewiesen, hört man doch Sachen von NaS, Gang Starr oder auch Bobby Womack.

Leider wird das Filmerlebnis dank einer unvorteilhaft eingesetzten Kamera leicht gemildert. Sozialdramen die in ihrer Geschichte schon zu überzeugen wissen, sollten mMn mit ruhigen Bildern verstärkt und nicht mit einer verwackelten „Mitten drin statt nur dabei“-Ästhetik werden

Auch wenn ein paar wenige Aspekte nicht wirklich perfekt sind, so ist Fish Tank ein sehr authentisches und ergreifendes Sozialdrama.

Zu empfehlen ist auch folgende Kritik: http://www.critic.de/film/fish-tank-2337/

8,5/10

PS: Ich bin froh gewesen, dass der Film (wenn auch nur deutsche) Untertitel hatte, denn ich hab dank des Akzents nur wenig verstanden. Das war teilweise noch schwieriger/schlimmer als bei Shank.

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Remember Me

Durch Pattinson’s Omnipräsenz als Edward aus Twilight war ich zu erst skeptisch bzw. eher abgeneigt gegenüber dem Film. Aber man soll ja nicht voreingenommen sein und dank Emilie de Ravin und Chris Cooper und einigen Empfehlungen habe ich ihn mir dann doch angeschaut. Ich wurde durchaus positiv überrascht.

Der Film beginnt mit der Einführung von Ally im Kindesalter und der Ermordung ihrer Mutter an einer Metrostation. Nach einem Sprung in das Jahr 2001 wird Tyler vorgestellt, ein junger sensibler Student der mit seinem Vater nicht ganz gut gestellt ist.
Eines Abend werden Tyler und ein Freund von ihm in eine Schlägerei verwickelt als sie diese unterbinden wollten. Daraufhin werden auch sie verhaftet. Als Tyler’s Freund mitbekommt dass Ally die Tocher des Cops ist der sie verhaftet hat, wollen sie sich an ihm rächen, in dem sie Ally verführen wollen. Nach ein paar Fehlversuchen finden Ally und Tyler allerdings zusammen und verlieben sich ineinander.
Ihr Glück wird durch einen tragischen Moment aber jäh unterbrochen.

Der „Plottwist“ am Ende des Films funktioniert zwar auf gewisse Art und Weise, unterstreicht er doch die Aussage des Films, ist aber vollkommen übertrieben, viel zu pathetisch und vor allem patriotisch angehaucht. Weniger ist doch manchmal mehr und so hätte es nicht ein solch immenses Ereignis sein müssen um dem Film seinen Nachdruck zu verleihen.

Wie ich eingangs schon erwähnt habe war ich eigentlich eher skeptisch/abgeneigt was Pattinson anbelangt (obwohl ich keinen einzigen Twilight-Film gesehen habe), wurde ich doch überrascht. Er spielte seine Rolle durchaus souverän und man kann nur hoffen, dass er so schnell wie möglich aus der Rolle des Edward heraus- und interessantere Drehbücher bekommt.
Der Rest der Cast weiß auch zu gefallen, liefern sie doch kein allzu schlechtes Bild. Aber man hat z.B. gemerkt, dass ein Chris Cooper doch unterfordert gewesen ist.

Für ein Drama birgt der Film teilweise sehr unruhige Bilder und Kompositionen, was allerdings nicht durchweg so ist. Er hat aber auch seine ruhigen Momente in denen die Kamera die Bilder und Szenen in absoluter Ruhe einfängt. Was ich mir im Übrigen für den ganzen Film gewünscht hätte.
Mehr überzeugen konnte mich dann allerdings wieder mal die Score und die Musik. Hier hat man dann wieder ein besseres Händchen bewiesen.

Remember Me ist ein durchschnittliches/gutes Drama mit einem sehr aufgesetzten Ende, welches so seine kleinen Probleme mit der Lauflänge und der Erzählgeschwindigkeit hat und dadurch streckenweise sehr zäh wirkt. (Zugegeben, ich war nicht ganz bei der Sache, also ist das „zäh“ mit Vorsicht zu genießen.)
Für einen DVD-Abend zu zweit sicherlich zu gebrauchen, für mehr aber auch nicht.

6,5/10

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The Kids Are All Right

Joni und Laser leben mit ihren Eltern Nic und Jules ein wohlbehütetes und beinahe perfektes Leben. Nic ist Ärztin und Jules verwirklicht sich bisweilen mit verschiedenen Jobs selbst, die aktuelle Geschäftsidee ist Landschaftsarchitektin. Dieses wohlbehütete Leben wird an dem Tag aufgerüttelt, als Joni kurz nach ihrem 18. Geburtstag und kurz vor dem Einzug in die Uni, ihren biologischen Vater (Spermaspender) kontaktiert.
Mit dem Erscheinen von Paul werden nicht nur Joni und Laser auf die Probe gestellt, sondern auch Nic und Jules. Beide haben so ihre eigenen Probleme mit ihm und seiner Art.

Über die Geschichte kann man eigentlich nicht meckern, würde sie ab einem gewissen Punkt nicht zu konstruiert wirken und mehr und mehr an Konsequenz und Durchhaltevermögen verlieren. So passiert es, dass gewisse Elemente der Geschichte völlig abwegig wirken oder ohne weitere Erklärung abgespeist werden. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass man sich zuviel Zeit mit der Entwicklung der Charaktere und deren Beziehungen beschäftigt und die eigentliche Entwicklung zum Ende außer Acht gelassen hat. Das Problem dabei ist, dass dadurch der komödiantische Teil des Films zu sehr hervorsticht und das eigentliche Drama vernachlässigt wird. Für mich erscheint es so, als ob sich die Schreiber nicht wirklich einig waren in welche Richtung der Film verlaufen sollte.
Nichtsdestotrotz ist gerade der erste Teil des Films wunderbar seicht und bietet viele lustige Momente und peinliche Situationen, die durch die Cast noch hervorgehoben werden.
Auch ist es Lisa Cholodenko zu verdanken, dass sie eine Familie dieser Konstellation (lesbisches Paar, Kinder durch künstliche Befruchtung) ganz ohne Klichees darstellt als das was sie ist, eine ganz normale Familie eben.

Die Cast des Films ist sehr gut gewählt und bietet ein wirklich gutes Schauspiel, wirkt es doch zu jeder Zeit real was man sieht. Besonders gelungen sind die Situationen in denen man als Publikum selbst anfängt sich für die Leute fremdzuschämen oder man selbst merkt, dass das so nicht funktionieren kann – sei es aus eigener Erfahrung oder reine Intuition.
Mark Ruffalo der den Paul spielt beweist einmal mehr, dass er für solche Rollen prädestiniert ist, wirkt sein ganzes Auftreten doch durchweg authentisch.
Aufblühen kann vor allem auch Annette Benning als kontrollierende und herrschende Perfektionistin der Familie, die unter dem Druck und der neuen Komponente „Paul“ langsam kaputt geht.
Der Rest der Cast weiß ebenfalls zu gefallen, ist die schauspielerische Leistung doch durchweg sehr gut, dies gilt vornehmlich für die restlichen Hauptdarsteller. Die Nebenrollen sind zwar gut besetzt wurden, fallen aber nicht wirklich ins Gewicht.

Die Unbeschwertheit die größtenteils im Film über herrscht, verdankt er sowohl der Kamera und dem Schnitt, als auch der Score/Musik. Hier kann man Lisa Cholodenko und ihrem Team keinerlei Patzer nachweisen, denn es stimmt einfach alles für einen Film dieses Genres.

The Kids Are All Right überzeugt vielleicht durch seine Leichtigkeit, durch seinen Witz, durch die wunderbaren Bilder oder andere Aspekte, leider aber nicht durch seine Geschichte. Denn diese ist nicht gut genug ausgearbeitet wurden und wird dadurch auch nicht konsequent genug erzählt und hat ein paar Stolpersteine zuviel, wodurch die eigentliche Intention des Films zwar nicht verloren geht, sie aber auch nicht wirklich zum Tragen kommt.

7/10

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Wall Street: Money Never Sleeps

Wall Street 2 spielt zu Zeiten der Wirtschaftskrise 2008/2009 und nutzt diese leider weitestgehend als reine Kulisse ohne ihr eine wirkliche Bedeutung zukommen zu lassen und reduziert sich zu sehr auf das familiäre Untereinander zwischen Gordon Gekko, Jacob Moore und Winnie Gekko.
Wie schreibt die Welt so schön:

Eigentlich ist ‚Wall Street 2‘ in jenem Moment hirntot, in dem wir erfahren, dass Winnie Gordons Tochter ist. Von da an regieren die Regeln des familiären Melodramas, und die Krise verkommt zeitweise zur Kulisse. Das amerikanische Kino hat die häufig nützliche, hier aber fatale Tendenz, alle Konflikte aufs Familiäre herunterzubrechen. Das Gebilde Börse jedoch wird von Profitinteressen regiert, von mathematischen Formeln und Computerprogrammen. Ein Film, der versucht, dem Phänomen Spekulation mit Vater/Tochter/Schwiegersohn-Rührseligkeit beizukommen, kann nur scheitern; am Schluss bemühen die Autoren Allan Loeb und Stephen Schiff auch noch eine Schwangerschaft, bekanntlich die Bankrotterklärung eines jeden Drehbuchs, das nicht weiter weiß.

Dem kann ich so nur zustimmen.

Auf der anderen Seite aber, ist der Film handwerklich wirklich gelungen, denn Stone und sein Team beweisen ihr Gespür für die richtige Inszenierung. Seien es die klaren und einfachen Bilder, die wunderbaren Szenenwechsel oder die gelungene Musikuntermalung. In diesem Bereich kann man dem Film nichts wirklich negatives nachsagen. Bis auf eine Sache vielleicht, die mir doch aufgefallen ist und zwar sieht man in den Szenen, in den LeBeouf Motorrad „fährt“ sehr deutlich (in der Spiegelung im Helmvisier), dass das Motorrad ganz klassisch gezogen wird. Aber das ist zu verschmerzen.

Normalerweise ist man von Michael Douglas besseres gewohnt und sein Gordon Gekko aus dem ersten Teil war wesentlich besser als dieser hier. Ob seine eher passable Leistung etwas mit seinem Kehlkopfkrebs zu tun hat weiß ich nicht, jedenfalls war diese nicht wirklich überzeugend.
Das Gleiche gilt im Übrigen auch für Shia LeBeouf, der zu keiner Zeit wirklich überzeugen konnte. Man nimmt ihm seine Rolle einfach nicht ab und dass ist das Schlimmste was passieren kann.
Die restliche Cast gibt sich mehr oder weniger die Klinke und spielt nur auf durchschnittlichem Niveau, leider.

Interessant sind auch die vielen Anspielungen die man im Film entdecken kann, so z.B. Referenzen zum ersten Teil, der typische Cameo von Stone und ein paar andere.

Wenn er auch ein paar gute Momente hat und die inszenatorische Handschrift von Stone trägt, so lahmt der Film dank seiner Geschichte und die eher träge Leistung der Schauspieler und kommt bei weitem nicht an den ersten Teil heran, der doch einen nicht unerheblichen Einfluss gehabt hat. Stone hat sich mit dieser Fortsetzung keinen großen Gefallen getan.

5/10

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Wild Target

Der Film handelt von Victor Meynard, einem kalten und perfektionistischem Auftragskiller (was im Übrigen ein Familiengeschäft ist), der einen Auftrag nicht entsprechend ausführt, da er sich in sein eigentliches Ziel, die liebliche Rose verkuckt und damit mit der Tradition und dem Credo bricht. Als er Rose zu Flucht verhilft nimmt das Chaos seinen Lauf.
Zugegeben die Geschichte des Films ist einfach, aber dadurch funktioniert sie auch so gut. Denn der Film verliert sich nicht in unnötigen Handlungssträngen oder Charakterentwicklungen, sondern konzentriert sich auf das was gegeben ist.

Die Cast ist wirklich sehr gut, allen voran Bill Nighy als perfektionistischer Auftragskiller Victor Meynard, der doch so eine Macken hat. Rupert Grint beweist hier, dass er neben Ron Weasley auch andere Rollen spielen kann und das er ein komisches Talent besitzt. Und Emily Blunt als Con-Artist Rose ist einfach nur bezaubernd und wunderbar unbeschwert.
Aber auch Rupert Evert, Martin Freeman, Eilenn Atkins und die anderen wissen in ihren Rollen zu überzeugen.
Man könnte sogar meinen, dass alle ziemlichen Spaß gehabt hatten.

Handwerklich kann man dem Film nicht viel negatives nachsagen, weiß Jonathen Lynn doch wie er seine Komödien in Szene setzt.

Ob Wild Target nun ein Remake oder eine Adaption des franz. Originals Cible Emouvante ist, darüber möchte ich jetzt keine Mutmaßungen anstellen, jedenfalls wird ist das Lernen der franz. Sprache durch Meynard eine schöne Referenz/Hommage an eben jenen Film.

Wild Target ist eine wunderbar leichte und kurzweilige Komödie, die vor allem durch ihren Charme und ihre liebenswerten und schrillen Charaktere überzeugen kann. Das dies gelingen konnte liegt unter anderem auch an Jonathan Lynn, der schon mit Filmen wie Nuns On The Run oder Sgt. Bilko das Genre der Komödie bedient hat.

8/10

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