Cyrus, Fanboys, The Notebook (Kurzrezensionen)

Hier die Kurzrezensionen zu

  • Cyrus,
  • Fanboys und
  • The Notebook.


Cyrus


Cyrus ist 22 Jahre alt und wohnt noch immer bei seiner Mutter zu Hause. Ansich ist das nicht wirklich tragisch, aber Cyrus hat durch eine etwas eigene Auffassung was die Beziehung zwischen ihm und seiner Mutter betrifft. Dies bekommt ausgerechnet John zu spüren, der sich während einer Party mit Molly (Cyrus‘ Mutter) anfreundet und sich in sie verliebt.
Als sich John und Cyrus zum ersten Mal gegenüber stehen, kommt es schon zu den ersten Spannungen zwischen den beiden und ein perfider Kleinkrieg um Molly beginnt.

Die Geschichte ist durchweg authentisch, tragikomisch (verzichtet dabei aber auf übertriebenen oder vulgären Humor) und ist wie aus dem Leben gegriffen und wurde zusätzlich mit ein paar Spitzfindigkeiten garniert, die aber keineswegs übertrieben wirken. Zudem sind auch sämtliche Charaktere der Geschichte durchaus authentisch, was vor allem an dem starken Ensemble – bestehend aus John C. Reilly, Jonah Hill und Marisa Tomei – liegt. Der Film hat die wohl seit langem beste Phrase um eine Unterhaltung zu starten: „Nice penis!“
Allerdings hat sie ein Problem und das ist ihre Aussagefähigkeit, denn schlussendlich bleibt sie sich einer expliziten Aussage schuldig. Man könnte jetzt sagen, dass Filme nicht immer eine konkrete Aussage benötigen (was ja auch in Ordnung ist), aber hier ist es so, dass der Film mehr oder weniger auf so etwas hinausläuft und dann plötzlich aufhört.

Das größte Problem des Films ist allerdings die in meinen Augen amateurhafte Kameraführung, welche sich u.a. durch unnötig (leicht) verwackelte Bilder, nicht stufenlose Zooms u.ä. auszeichnet. Für mich wurde dadurch zum Großteil die wunderbare Atmosphäre zerstört, die durch Geschichte und Schauspieler aufgebaut wurde.

Musikalisch startet der Film schon mal mit dem damals (und sicherlich auch für einige heute noch) grandiosen Don’t You Want Me von Human League und hält dieses Niveau sofern Musik überhaupt eingesetzt wird.

Cyrus bietet – wenn man mal von der Kamera und dem Ende absieht – wirklich gute Unterhaltung auf hohem Niveau und sticht wohlwollend aus dem Einheitsbrei des Mainstreamkinos in diesem Jahr heraus. Zu verdanken ist dies der Geschichte und der Schauspieler, zumindest hier haben sich die Duplass-Brüder keinen Schnitzer geleistet.

7/10

Filminformationen:
Regisseur: Jay & Mark Duplass
Autor: Jay & Mark Duplass
Herstellungsland: USA
Genre: Komödie, Drama
Besetzung: John C. Reilly, Jonah Hill, Marisa Tomei
Starttermin DE: 25. November 2010

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Fanboys


Fanboys spielt im Jahr 1998, ein paar Monate vor der Premiere von Star Wars Episode I: The Phantom Menace. Vier ehemalige Freunde und Star Wars Fans treffen sich auf einer Halloween-Party und geraten auf Grund von vergangen Ereignissen aneinander. Am Tag darauf erfahren sie davon, dass einer der Freunde an Krebs erkrankt ist und die Premiere von Star Wars Episode I: The Phantom Menace nicht erleben wird. Daraufhin beschließen sie einen aus ihrer Kindheit/Jugend geschmiedeten Plan in die Tat umzusetzen: in die Skywalker Ranch einbrechen und darüber hinaus die erste Kopie des Films stehlen.

Diese Story war nicht die ursprüngliche, den der Subplot das einer der Freunde an Krebs erkrankt wurde nachträglich eingefügt. Sie funktioniert soweit ganz gut, allerdings wirkt gerade der Subplot arg konstruiert, da sich eben jener der Freunde der an Krebs erkrankt ist und nur noch ein paar Monate zu leben hat – also körperlich stark angeschlagen sein müsste – so agil verhält wie gesunder Mensch.
Auch sonst bietet die Geschichte recht wenig, da die Charaktere allesamt etwas zu eintönig sind und sie mit den typischen Klischees zu kämpfen hat.
Aber trotz dessen bietet der Film für Fans der Star Wars-Saga einiges, sei es die allgemeine Hommage an die Fans, der typische Krieg mit den „Trekkern“ (so bezeichnen sich die Trekkies im Film), die vielen Gastauftritte (auch von Schauspielern der SW-Filme) oder die vielen kleinen Details wie z.B. die originalen SW-Sounds, die THX-Guards (aus Lucas‘ erstem Film THX 1138) und vieles mehr.

Technisch gesehen bewegt sich der Film auch auf einem eher durchschnittlichem Niveau, den weder Kamera, Schnitt oder Musik/Score können hier besonders hervorstechen. Sind aber zu keiner Zeit so schlecht, dass der Film darunter leiden müsste.
Newman beweist hier bei seinem Regiedebüt leider kein herausragendes Händchen, hat er zuvor doch eher durchschnittliche Shorts abgeliefert.
Auch schaupielerisch ist das alles etwas durchschnittlich. Die Figuren sind zwar flach und eintönig, aber man kann dennoch eine gewisse Sympathie allein auf Grund der Nerdhaftigkeit zu ihnen aufbauen, was sie vor dem totalen Untergang schlussendlich rettet.

Trotz seines rund 8 Million US-Dollar Budgets fehlt es dem Film gerade in Bezug auf Geschichte und Technik an Konsistenz, denn das meiste Geld ging vermutlich für die ganzen Gaststars und die teilweise originalen Sets, Kostüme und anderen Sachen drauf die man während des Filmes so zu Gesicht bekommt. Aber nichtsdestotrotz konnte mich der Film doch gut unterhalten und das gerade dank der vielen Gaststars, der Sets, der Kostüme, aber vor allem durch die Hommage an Star Wars und die Nerds die sich diesem Universum verschrieben haben. Man mag dem Film ankreiden, dass er sehr klischeebehaftet ist, aber ganz ehrlich, so sind die Fans die sich mit ihrem ganzen Leben und ihrem Herzen in eine Sache hineinsteigern.
Für Fans von Star Wars ist der Film ein Muss, auch wenn man ihn sich nur einmal anschaut. Da reicht der Gang zur Videothek.

6,5/10

Filminformationen:
Regisseur: Kyle Newman
Autor: Ernest Cline, Dan Pulick
Herstellungsland: USA
Genre: Komödie
Besetzung: Jay Baruchel, Dan Fogler, Sam Huntington, Chris Marquette, Kristen Bell
Starttermin DE: 30. Juli 2009

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The Notebook


The Notebook beginnt damit, dass ein älterer Herr einer älteren Dame die Liebesgeschichte von Allie Hamilton und Noah Calhoun die sich während eines Sommers im Jahr 1940 in Seabrook kennen und lieben lernen. Da Allie aus einer wohlhabenden Familie stammt, haben diese natürlich etwas dagegen und so kommt es, dass Allie und ihre Familie ihre Sommerresidenz vorzeitig verlassen. Nachdem Allie weg ist und der Krieg ausbricht meldet sich Noah als GI und kommt Jahre später wieder zurück und fängt an seinen Traum zu verwirklichen. Durch einen Zufall trifft er Allie wieder und ihr Leben wird dadurch auf den Kopf gestellt.
Die Geschichte von Allie und Noah hat später noch einen größeren Einfluss auf die zwei älteren Menschen.

The Notebook bietet nichts was man nicht schon in anderen Vertretern des Genres gesehen hat und so ist es nicht verwunderlich, dass der eigentliche Hauptplot eher einfallslos, stark vorhersehbar und mit einer genretypischen Aussage daherkommt. Das Ende drückt dann nochmal so richtig auf die Tränendrüsen und ist – für meinen Geschmack – zu abgehoben. Dagegen wirkt die (auch nicht sonderlich innovative) Liebesgeschichte von Allie und Noah eher leicht und unbefangen und kann gerade dadurch punkten. Das dies so ist, ist aber nur Ryan Gosling und Rachel McAdams zu verdanken, denn beide spielen ihre Rollen mit einer unglaublichen Verve, so dass man ihnen ihre Emotionen sofort und ohne jeden Zweifel abkauft.
Auch wenn der Film mit einer Lauflänge von gut 2 Stunden ausreichend bemessen ist, so hätte man ein paar Szenen durchaus straffen oder weglassen können, so zum Beispiel die kurz eingeworfenen Szenen aus dem Krieg, die eher überflüssig wirkten und auch zeitlich kaum ins Gewicht gefallen sind.

Handwerklich ist der Film mal gut und mal durchschnittlich, denn mir scheint als ob man mit zweierlei Maß gemessen hat. Wird die Liebesgeschichte von Allie und Noah erzählt blüht Cassavetes auf und liefert sehr schöne und reich saturierte Bilder (die Landschaftsaufnahmen sind wirkich gut), wird allerdings die Geschichte der beiden älteren Menschen erzählt wirkt alles trist und eher einfallslos. Ob das nun ein narratives Stilmittel ist, erschließt sich mir nicht, aber störend empfand ich es dennoch.
Musikalisch zeigt sich Aaron Zigman für den Soundtrack des Films verantwortlich. Dieser ist zwar kitschig ohne Ende und absolut nicht meins, aber er passt sich sehr gut in den Film.

Im Endeffekt ist The Notebook ein Film wie jeder andere dieses Genres, der aber dank seiner Bilder und durch die zwei sehr sympathischen Hauptdarsteller punkten kann.
Für einen Abend zu zweit ist er durchaus zu empfehlen, aber man sollte genügend Taschentücher dabei haben, nur für den Notfall.

6,5/10

Filminformationen:
Regisseur: Nick Cassavetes
Autor: Jeremy Leven, Jan Sardi, Nicholas Sparks
Herstellungsland: USA
Genre: Drama
Besetzung: Ryan Gosling, Rachel McAdams, James Garner, Gena Rowlands
Starttermin DE: 02. September 2004

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