Adventureland, eXistenZ, Red, The Next Three Days (Kurzrezensionen)

Hier die Kurzrezensionen zu

  • Adventureland,
  • eXistenZ,
  • Red und
  • The Next Three Days.


Adventureland

Die 80er-Jahre, eine Ära an die viele zurück denken und immer wieder ein besonderes „Revival“ erfährt. In dieser Zeit spielt auch Adventureland.
James Brennan erfährt von seinen Eltern, dass sie ihm bei seiner Reise durch Europa und seinem Umzug nach New York finanziell nicht unterstützen können, da der Vater auf eine schlechter bezahlte Stelle gesetzt wurde. Somit sieht sich James gezwungen die Europareise abzusagen um sich das Geld für den Umzug nach New York zu erarbeiten. Einen Job findet er letztendlich im Vergnügungspark „Adventureland“, wo er auch auf Emily Lewin trifft und sich in sie verliebt.

Adventureland ist Motolla’s zweiter Jugendfilm. War Superbad noch eine reine Komödie, ist Adventureland eine „Coming-of-Age-Drama-Komödie“. Das Problem dabei ist, dass Motolla versucht ihm keinen wirklichen „Genrestempel“ aufzudrücken und das geht gut nach hinten los. Denn durch diese Inkonsequenz verliert sich der Film in seinen einzelnen Genreversetzstücken und pendelt immer wieder zwischen den Genres hin und her und erzeugt dadurch unnötige Längen.
Auch was Motolla uns mit dem Film erzählen will, ist hinlänglich bekannt, da die Geschichte selbst schon x-mal erzählt wurde. Allerdings wurde bisher nie dieser einzigartige Flair erzeugt, welcher durch das gewählte Setting zu tragen kommt. Die 80er-Jahre waren nie cooler und versetzen den Zuschauer sehr schön in diese Zeit zurück.

Schauspielerisch bewegt sich der Film auf durchschnittlich-gutem Niveau, auch wenn Eisenberg es stets hinbekommt immer einen ähnlichen Gesichtsausdruck zu erzeugen. Das mag in Zombieland noch ganz in Ordnung gewesen, aber hier stört es doch zuweilen. Wobei hingegen Kristen Stewart einmal mehr beweist, dass sie (viel) mehr drauf hat als diese unsägliche Rolle der Bella aus Twilight.
Der Rest des Ensembles liefert eine gute Arbeit ab, passen doch die ganzen skurrilen Rollen in den Alltag dieses kauzigen Vergnügungsparks. Einzig Ryan Reynolds hätte nicht sein müssen, da dieser Beau komplett überflüssig ist.

Handwerklich sticht er nicht sonderlich hervor, bedient er sich doch bekannter Mittel die man schon aus Superbad kennt.

Dank seiner „Genreinkonsequenz“, Eisenberg, der Geschichte und seinem Handwerk ist Adventureland nur gutes Mittelmaß und somit nicht unbedingt eine Kaufempfehlung. Ausleihen und einmal anschauen reicht vollkommen.
Das er dennoch unterhalten kann, liegt an den wenigen komischen Szenen, dem wunderbaren Setting und dem herausragenden 80er-Soundtrack der zu jeder Szene wie die Faust auf’s Auge passt.

6/10

Filminformationen:
Regisseur: Greg Motolla
Autor: Greg Motolla
Herstellungsland: USA
Genre: Comedy, Drama
Besetzung: Jesse Eisenberg, Kristen Stewart, Bill Hader, Kristen Wiig, Ryan Reynolds
Starttermin DE: 30. Juli 2009

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eXistenZ

David Cronenberg’s Film der im gleichen Jahr wie The Matrix erschienen ist, ist ein zu Unrecht abgewerteter Film und wird fälschlicherweise immer wieder mit The Matrix verglichen. Beide Filme sind in ihrer Aussage, ihrer Wirkung und ihrer Darstellung grund verschieden. Während The Matrix technologisches Metageschwurbel über Sein, Wirklichkeit und Realität und eine überragend großartige Inszenierung (mit wegweisenden Effekten) bietet, so ist eXistenZ in seiner Effektwirkung wesentlich zurückhaltender, dafür aber philosophisch viel tiefgründiger als die gesamte Matrix-Trilogie.

In eXistenZ geht es um das gleichnamige Spiel und seine Entwicklerin Allegra Geller. Bei einer ersten Vorführung ihres neuen Spiels wird ein Anschlag auf sie verübt, der allerdings schief geht. Allegra flieht darauf hin mit Ted Pikul zu einer Art „Safehouse“ um sich vor den Attentätern zu verstecken. Allegra ist aber so von ihrem Spiel besessen, dass sie es trotz der Umstände unbedingt spielen will und somit beginnt Cronenberg’s VR-Albtraum.

Der Film befasst sich mit Themen wie Existenzialismus, Virtuelle Realität, simulierte Realität, Hinterfragung von Realität und Wirklichkeit und so weiter. Dabei sind diese so gut in die Geschichte eingebaut, dass diese eher subtil daherkommen, als mit dem technischen Dampfhammer wie in The Matrix zum Beispiel.

Cronenberg’s inszenatorische Detailverliebtheit ist den ganzen Film über zu spüren, wenn plötzlich für ein paar Sekunden Szenen eingeblendet werden, die ganze bestimmte Objekte oder Ausschnitte zeigen. Für sich genommen wirken diese vollkommen fehl am Platz, haben aber für den Film insgesamt teils wichtige Bedeutungen. Sie geben Hinweise bzw. dienen zur Verwirrung des Zuschauers. Oder dienen als kulturelle Referenzen.

Neben seinem (etwas drastischerem) Film Videodrome bietet Cronenberg erneut einen herrlich surrealen Blick auf die Technologie und einen zudem psychologisch und philosophisch ausgeklügelten Film über Realität und Wirklichkeit.
Dank Detailverliebtheit, „Body Horror“-Elementen, geschickt eingefügter philosophischer Fragen und ähnlichen schafft er es dem Zuschauer immer wieder in Staunen und Verunsicherung zu versetzen.
Dazu kommt Cronenberg’s einzigartiger Stil der Inszenierung, die schauspielerische Leistung und der gute Soundtrack.
Somit ist eXistenZ trotz seines Alters ein Film den man sich unbedingt anschauen sollte.

8,5/10

Filminformationen:
Regisseur: David Cronenberg
Autor: David Cronenberg
Herstellungsland: Kanada, USA
Genre: Sci-Fi, Thriller
Besetzung: Jude Law, Jennifer Jason Leigh, Ian Holm, William Dafoe, Don McKellar
Starttermin DE: 18. November 1999

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Red

Robert Schwentke den man sonst nur von Filmen wie The Time Traveler’s Wife und Flight Plan kennt, liefert mit Red seine erste Comicverfilmung/seinen ersten Actioner ab und beweist, dass er dafür durchaus ein Händchen hat.

Frank Moses, ein ehemaliger Black Ops-Agent der CIA, bestreitet ein eher langweiliges Renterleben, was sich aber eines Abends schlagartig ändert, als er von einem Kommando angegriffen wird. Moses weiß was er zu tun und zwar sich wehren, mit Hilfe seiner alten Freunde und die Ursache herausfinden und diese beseitigen.

Da ich das Comic dazu nicht kenne, werde ich keinerlei Vergleich ziehen. Allerdings soll der Film nur lose auf der Geschichte des Comics basieren. Und vergleicht man einmal grob beide Geschichten, ist es verständlich, warum diese für eine Filmauswertung und wahrscheinlich auch für ein PG-13 Rating geändert wurde. Aber im Prinzip hat sie alles was man für diese Art von Film benötigt: Gefühle, Humor, Action. Mehr benötigt es nicht um zu unterhalten. Das die Figuren dabei allesamt recht flach wirken, was man aber getrost ignorieren kann.
Zudem ist das Ensemble des Films durchweg gelungen, seien es die alten Haudegen (Willis, Malkovich, Freeman, Mirren; die offensichtlich viel Spaß gehabt hatten) oder die jüngeren Mit- bzw. Gegenspieler.

Handwerklich ist der Film durch aus gelungen. Die Inszenierung ist schnörkellos und der Fokus wurde auf einfache und wirkungsvolle Szeneneinstellungen gelegt. Was wunderbar funktioniert.
Auch viele Szenenübergänge wurde ansprechend im Comicstil gestaltet, wobei hier Ang Lee’s Hulk immer noch die Maßstäbe setzt.

Schwentke’s Red bietet eine einfache Geschichte, die von ihrer Inszenierung, ihrem Witz, ihrem Charme, der Action und vor allem durch das Ensemble lebt. Keine Frage, er macht Spaß und bereitet Freude den alten Herren – und der Dame – dabei zuzuschauen, wie sie Gegner für Gegner zu Boden bringen. Abseits davon bietet er jedoch nichts wodurch er einem sonderlich im Gedächtnis bleibt.

7/10

Filminformationen:
Regisseur: Robert Schwentke
Autor: Jon Hoeber, Erich Hoeber
Herstellungsland: USA
Genre: Action, Comedy
Besetzung: Bruce Willis, John Malkovich, Morgan Freeman, Helen Mirren, Mary-Louise Parker
Starttermin DE: 28. Oktober 2010

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The Next Three Days

In The Next Three Days – einem weiteren Remake eines Filmes aus jüngster Zeit – geht es um John Brennan, der drei Jahre lang verzweifelt versucht seine wegen Mordes verurteilte Frau aus dem Gefängnis zu holen, da er immer noch an ihre Unschuld glaubt. Als alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft sind, fasst er den Entschluss sie auf eigenem Weg aus dem Gefängnis zu holen.

Die Geschichte ist durchschnittlich, denn die Twists gerade am Ende sind träge und vorhersehbar, weite Strecken des Films – vor allem die Handlungsweisen von John Brennan – sind unglaubwürdig. Auch ist er weite Teile über recht emotionslos, obwohl die Beziehung zwischen John und Lara gerade von deren Liebe zueinander getragen wird.

Schauspielerisch kann einzig Russell Crowe überzeugen, ist es doch mehr oder weniger eine Ein-Mann-Show, aber auch er hat schon bessere Rollen gehabt. Der Rest geht in dem durchschnittlichen Einheitsbrei unter und man hat das Gefühl, dass diese überhaupt keine Relevanz haben.
Handwerklich kann er auch nicht sonderlich herausstechen, hat man alles schonmal gesehen/gehört.

Paul Haggis, der u.a. für Crash, A Quantum Of Solace, In The Valley Of Elah bekannt ist, hat sich mit The Next Three Days keinen sonderlichen Gefallen getan, denn er verschenkt sehr viel Potenzial. Das liegt aber vornehmlich auch daran, dass The Next Three Days ein Remake eines Filmes ist, der nichtmal 3 Jahre alt ist. Da muss man sich fragen, warum eigentlich?
Ich jedenfalls wäre bei der Vorstellung (Sneak) beinahe eingeschlafen.

4,5/10

Filminformationen:
Regisseur: Paul Haggis
Autor: Paul Haggis, Fred Cavayé
Herstellungsland: USA
Genre: Thriller, Drama
Besetzung: Russell Crowe, Elizabeht Banks, Liam Neeson, Brian Dennehy
Starttermin DE: 20. Januar 2011

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