SHERLOCK

Die Figur des Sherlock Holmes von Sir Arthur Conan Doyle ist ein Kulturgut und weltweit bekannt. Dieser Bekanntheitsgrad wurde 2009 durch Guy Ritchie’s SHERLOCK HOLMES noch einmal verstärkt, die Fortsetzung folgte 2011.
2009 gab es aber auch in den Vereinigten Königreichen Bestrebungen nach einer ganz eigenen Adaption des Stoffes. Steven Moffat (am ehesten bekannt für DOCTOR WHO) und Mark Gatiss (schrieb auch für DOCTOR WHO und spielt Mycroft in SHERLOCK), die die Idee einer Serie rund um Sherlock Holmes schon ein paar Jahre mit sich herum getragen haben, produzierten im Jahr 2009 einen Piloten für die Serie SHERLOCK, welcher aber nie ausgestrahlt wurde – auf der DVD/BD zur ersten Staffel enthalten. Dennoch wollte man von dem Projekt nicht lassen und herausgekommen sind zwei brilliante Staffeln der Miniserie SHERLOCK.


Wie das obige Bild schon erahnen lässt, handelt es sich bei SHERLOCK um eine neuzeitliche Adaption der Geschichten von Sherlock Holmes. Aber im Gegensatz zu anderen neuzeitlichen Adaptionen verschiedener literarischer Stoffe, die durch eben diese meist ihren Charme verlieren, wird dieser bei SHERLOCK glücklicherweise bewahrt, da der eigentliche Kern von Sherlock Holmes beibehalten wird – obwohl man sich auch hier gewisse Freiheiten herausgenommen hat.

Beim Cast hat man eine, wie ich finde, hervorragende Wahl getroffen: Benedict Cumberbatch verkörpert Sherlock Holmes und Martin Freeman seinen Freund und Helfer Dr. John H. Watson. Beide agieren äußerst harmonisch miteinander, egal in welcher Situation. Dann wäre da noch Mark Gatiss, welcher Mycroft Holmes verkörpert, den Bruder von Sherlock. Sein Auftritt gleich in der ersten Folge war ein grandioser verwirrender Moment, da anhand kleiner Details suggeriert wird, er sei eine andere Person.
Unerwähnt darf aber auch Andrew Scott nicht bleiben, welcher Holmes‘ Gegenspieler Jim Moriarity verkörpert und sowohl Genie als auch Wahnsinn sehr deutlich zu Geltung bringt.
Aber auch der restliche (wiederauftretende) Cast wurde wirklich gut besetzt, obwohl viele Charaktere nur kurze Momente haben.

Neben den sehr guten Geschichten und dem tollen Cast, besticht die Serie aber auch durch eine hervorragende Inszenierung, egal ob Kamera, Schnitt oder Montage. An dieser Stelle kommt auch wieder die „Neuzeit“ zu tragen, da wichtige Elemente (wie z.b. das Tippen oder Darstellen von SMS) entsprechend visualisiert werden.
Ein sehr schönes Beispiel für die auch sehr durchdachte Inszenierung, ist das erste Treffen zwischen Sherlock und Irene Adler. Herausragender und mit so viel Eleganz hätte man dies nicht machen können. Diejenigen, die die Folge schon kennen, wissen was ich meine und alle anderen können sich schonmal darauf freuen.

Neben der wunderbaren Inszenierung, trägt aber auch der passend moderne Soundtrack von David Arnold und Michael Price sehr viel zur Atmosphäre in der Serie bei.
Lustigerweise gibt es genau hier eine Parallele zu Richtie’s Sherlock, denn offensichtlich haben Arnold und Price sich – zumindest sequenzweise – von Zimmer’s Soundtrack inspirieren lassen.

SHERLOCK ist eine hervorragend produzierte Serie der BBC, mit dem entsprechenden Respekt vor Sir Arthur Conan Doyle und seinem Lebenswerk, trotz neuzeitlicher Adaption. Und torrent schreibt zu Recht, dass SHERLOCK der aktuelle Höhepunkt der neuen britischen Seriengeneration ist.

9/10

Zum Schluss noch die Bewertungen der einzelnen Folgen:

  • Sherlock: A Study In Pink – 8/10
  • Sherlock: The Blind Banker – 7/10
  • Sherlock: The Great Game – 8,5/10
  • Sherlock: A Scandal In Belgravia – 9/10
  • Sherlock: The Hound Of Baskerville – 7/10
  • Sherlock: The Reichenbach Fall – 9/10
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4 Antworten auf SHERLOCK

  1. Manuel sagt:

    9/10 damit noch Platz nach oben ist?

    Die Serie hat letztendlich doch wohl DW als meine Nummer 1 Serie abgelöst. Obwohl die beiden ja verschiedener nicht sein könnten (oder vielleicht doch ähnlich sind? Also bzgl. des mysteriösen Helden). Möglicherweise kommt das auch daher, dass die Story so unheimlich verdichtet ist, das waren ja bisher erst 12 reguläre Episoden (von der Länge her).
    Doctor Who ist großartig, wegen dem Gesamtwerk an sich und vielen herausragenden Episoden. Bei Sherlock Holmes hat mich jede Episode mehr begeistert als die andere, obwohl es klar zum Ende hin immer spannender wurde.
    Was ich damit eigentlich sagen will: Ich stimme deinem letzten Satz zu.

    • mitcharts sagt:

      9/10 deshalb, weil die 2te Folge pro Staffel für mich nur „okaye“ Filler-Episoden waren. Wären auch diese auf einem ähnlichem Niveau, wie die anderen Folgen, so hätte SHERLOCK vielleicht sogar eine 10/10 bekommen.
      Aber vielleicht schafft das ja die dritte Staffel!? :)

  2. Kino Fan sagt:

    Fands auch klasse. Da gabs doch auch mal ne Jekyll Hyde Serie, die war zwar nicht so gut aber gut inszeniert und sah ähnlich gut aus wie Sherlock. War das nicht auch BBC?

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