THE DARK KNIGHT RISES

Nach 4 Jahren ist es endlich soweit und Nolans Batman-Trilogie (die Erste überhaupt) findet mit THE DARK KNIGHT RISES ihren Abschluss und wird von Fans auf der ganzen Welt sowohl mit einem lachenden, als auch mit einem weinenden Auge sehnlichst erwartet. Fraglich jedoch ist, ob Christopher Nolan den Erwartungen der Fans nach dem sehr guten Einstand mit BATMAN BEGINS (8/10) und der frenetisch gefeierten und hoch gelobten Fortsetzung THE DARK KNIGHT (9/10) überhaupt gerecht werden kann. Das soll in dieser Rezension erörtert werden.

„Acht Jahre ist es her, dass Batman die Schuld an Harvey Dents Tod auf sich genommen hat und verschwunden ist. Der einstige Held ist nicht mehr da, der Dunkle Ritter wurde zum Flüchtling. Doch der Plan von Bruce Wayne und Commissioner Gordon ging auf. Die Kriminalität in Gotham ging dank der neuen Gesetze Dents und der Weißen-Ritter-Aura des Staatsanwalts zurück, das organisierte Verbrechen hat keinen Platz mehr.
Doch das alles ändert sich, als Bane auf den Plan tritt. Der maskierte Terrorist hat den Plan Gotham City zu zerstören. Batman muss aus seinem selbstgewählten Exil zurückkehren, um es mit der neuen Bedrohung aufzunehmen. Doch er spielt damit dem kriminellen Genie Bane in die Karten, der den Dunklen Ritter ein für alle Mal vernichten will. Und hat Batman nach den Jahren im Ruhestand überhaupt eine Chance gegen den brutalen Muskelberg?“ [1]

Wie auch schon PROMETHEUS, hat THE DARK KNIGHT RISES ein (sehr) großes Problem mit seinem Skript. Wurde dieses in PROMETHEUS nicht entsprechend ausgereizt, so ist es bei THE DARK KNIGHT RISES eher das Gegenteil, denn neben dem Erzählen einer neuen Geschichte, wollte man dem dunklen Ritter, sowie den Fans, natürlich auch ein entsprechend umfangreiches und anspruchsvolles Ende bieten. Was bei 164 Minuten (knapp 10 Minuten länger als sein Vorgänger) eigentlich kein Problem darstellen sollte, aber weit gefehlt. Christopher Nolan und David S. Goyer haben es tatsächlich geschafft, das Skript mit Figuren und (Neben-)Handlungen so vollzustopfen, dass der Film trotz seiner langen Laufzeit extrem zäh und aufgebläht daherkommt (und wie schon seine Vorgänger, vor Fehlern nur so strotzt). Was dazu führt, dass viele der im Film angesprochenen Themen (z.B. die Kritik am Kapitalismus oder an der Occupy-Bewegung) und Figuren (z.B. John Blake oder Miranda Tate) oberflächlich und Handlungen (z.B. Übernahme Gothams) überstürzt und wenig durchdacht wirken. Das gleiche gilt für viele der unzähligen Dialoge im Film, die wegen ihrer Fülle kaum Substanz bieten. Des Weiteren sind die Wendungen/Überraschungen gegen Ende des Films mehr als nur dürftig und unnütz, so dass sie einige wenige der Handlungen ad absurdum führen und zumindest einen Charakter seine bis dato aufgebaute Präsenz rauben. Auch ist das Ende viel zu versöhnlich, da es – gerade wegen des Gegenspielers – durchaus ein wenig radikaler hätte sein können.
Jedenfalls einen kleinen Lichtblick gab es für den geneigten Zuschauer und Comicfan, denn das eine, nein, die Schlüsselszene der Knightfall-Saga gezeigt wurde, muss ich Nolan hoch anrechnen.

Wer den Film schon gesehen hat und eine wesentlich ausführlichere Kritik lesen möchte, dem sei folgende empfohlen: http://www.fuenf-filmfreunde.de/2012/07/27/the-dark-knight-rises-review/.

Vom Skript zum Cast, welcher sich insgesamt zwar nicht die Blöße gibt, aber auch keinerlei herausragende Leistung darbietet.
Marion Cotillard wird leider stark unterfordert, ebenso Joseph Gordon-Levitt. Aber auch Michael Caine schafft es diesmal nicht wirklich zu überzeugen mit seinem leicht weinerlichem Auftreten.
Hervorheben sollte man auf jedenfall Anne Hathaway in der Rolle der Selina Kyle, die mit ihrer Leistung viele übertrifft und dem Film eine – bitter nötige – komische Seite verleiht.
Über Tom Hardys Bane kann man sich streiten, ist er doch auf Grund seiner Maske stark beschränkt und muss deswegen auf Körper, Augen und Stimme zurückgreifen. Sowohl mit seinem Körper, als auch mit seinen Augen weiß er größtenteils überzeugen. Leider geht das alles wegen seiner nachbearbeiteten Stimme größtenteils verloren, wodurch er weit weniger bedrohlich wirkt und stark zurückstecken muss.

Wie von Christopher Nolan nicht anders gewohnt, ist die Inszenierung des Films auf einem technisch sehr hohen Niveau, dieses mal allerdings mit Abstrichen, da Gotham noch steriler wirkt, als dies im Vorgänger schon der Fall war.
Wally Pfisters Bilder sind wie immer eindrucksvoll und die IMAX-Szenen im Speziellen sind eine Augenweide. Allerdings gibt es einige wenige Kritikpunkte wie z.B. die Computeranimationen, die bei weitem nicht an aktuelle Standards heranreichen, erwähnt sei hier nur das Fußballstadion.

Untermalt werden Geschichte und Bilder erneut von Hans Zimmer, dieses Mal allerdings ohne James Newton Howard. Der Score ist wieder ganz typisch für Zimmer, fängt die Atmosphäre des Films dennoch sehr gut ein und ist darüber hinaus auch sehr eingängig.

Kurz und knapp: Christopher Nolan hat sich mit dem Abschlussfilm seiner Trilogie in sehr vielen bzw. in den wichtigsten Belangen komplett übernommen und – konträr zu meinen Erwartungen – ein eher mäßiges Finale abgeliefert, leider.

Your punishment must be more severe.“ – Bane

6/10

Filminformationen:
Regisseur: Christopher Nolan
Autoren: Christopher Nolan, David S. Goyer
Herstellungsland: USA, UK
Genre: Action
Besetzung: Christian Bale, Michael Caine, Gary Oldman, Morgan Freeman, Tom Hardy, Anne Hathaway, Marion Cotillard, Joseph Gordon-Levitt
Starttermin DE: 26.07.2012

Quellen:
http://www.filmstarts.de/kritiken/101067-The-Dark-Knight-Sequel.html

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