31. Filmfest München – Festivalbericht Teil 2

Und ich begrüße euch wieder ganz herzlich zum zweiten und letzten Teil meines Resümees des 31. Filmfest München. Aber ohne groß viel Worte zu verlieren, geht es auch schon in die Vollen.

Tag 5: Emanzipation im Islam, Emanzipation durch Gangzugehörigkeit, zerrüttete Familien und Alkoholismus

Der fünfte Tag fing früh an, da STEIN DER GEDULD schon gegen 09:30 Uhr startete. Für ein Filmfestival eine wirklich unmögliche Zeit, aber was macht man nicht alles als Besucher um „seine“ Filme zu sehen!?
Jedenfalls, der zweite Film von Atiq Rahimi ist eine Verfilmung seines dritten Buches mit dem gleichen Titel, in welchem wir uns in einem nicht näher genannten islamischen Land befinden, welches durch einen Krieg verwüstet und durch feindliche Truppen besetzt wurde und einer Frau dabei zuschauen, wie sie ihren seit zwei Wochen im Koma liegenden Mann pflegt und sich im auf Grund seines Zustandes immer weiter öffnet und ihm ihre innersten Gedanken offenbart.
STEIN DER GEDULD ist ein ruhiger, poetischer und betörender Film mit einer unglaublichen Golshifteh Farahani in der Hauptrolle – sie trägt den Film quasi alleine -, über die Emanzipation einer Frau gegenüber ihrem Mann, der sich auf Grund seines Zustandes nicht wehren und somit seine Dominanz nicht wieder herstellen kann, in einer islamisch-patriarchalisch geprägten Gesellschaft. Er ist deswegen auch höchst politisch, gibt er doch allen gesichts- und sprachlosen muslimischen Frauen die Chance zu teilen was hinter ihren Schleiern und in ihren Gedanken vor sich geht.

Nach der Emanzipation der muslimischen Frau ging es in FOXFIRE mit der Emanzipation der Frau/des Mädchens durch die Mitgliedschaft in einer Gang weiter. FOXFIRE ist Laurent Cantet aktuellster Film und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joyce Carol Oates. Dessen Geschichte spielt in den 1950er Jahren in der fiktiven Stadt Hammond im Staat New York und handelt von der Mädchengang Foxfire, wie diese – um der männlich dominierten Welt einen Gegenpol zu bieten – durch Margaret „Legs“ Sadovsky, Madeleine „Maddy“ Wirtz und anderen Mädchen gegründet wurde und wie sie im Bestreben ein unabhängiges Leben zu führen ein jehes Ende fand.
Vieles an der Prämisse des Films ist durchaus interessant, sei es die Emanzipation der Gang gegenüber ihrer Umgebung, die Emanzipation der einzelnen Mitglieder losgelöst von ihrer Gang oder die Widrigkeiten die diese Zeit mit sich brachte, aber auch die vielen Details die über die gesamte Laufzeit verteilt eingeworfen werden um ein genaueres Bild der damaligen Gesellschaft und der einzelnen Mitglieder zu zeichnen, nur verpasst es Laurent Cantet diese weiter auszubauen, so dass am Ende ein zwar recht ansehnlicher und teils sehr gut gespielter aber eher mittelmäßiger Film mit zu viel verschenktem Potenzial übrig bleibt.

Gleich nach FOXFIRE ging es mit raschem Schritt zum nächsten Film, der Verfilmung von William Faulkners Roman „As I Lay Dying“ von und mit James Franco.
Addie Bundren liegt im Sterben und hat nur einen Wunsch, in der nahe gelegenen Stadt Jefferson begraben zu werden. Ihr Mann Anse und die Kinder der Familie kommen dem Wunsch der Mutter nach und begeben sich auf eine Reise die zunehmend fordernder wird und die Familie vor zahlreiche Hürden stellt ohne Aussicht auf Besserung.
Im Gegensatz zu seinen anderen Filmen arbeitet Franco diesmal ohne den Einsatz von Metaebenen oder Metaphern und liefert eine stringente Geschichte über das Innerste einer durch den Tod der Mutter gebeutelten Familie, die von der Sturheit des Vaters den Wunsch der Mutter auf Gedeih und Verderb zu erfüllen vorangetrieben wird und von den Geheimnissen einiger zersetzt wird – „eine Familienodyssee voller Widerwärtigkeiten.“ Franco setzt dabei auf eine eher ungewöhnliche Erzählweise, die sich auf Grund der Split Screens, Monologe aus dem Off und die direkt an den Zuschauer gerichteten Monologe vielmehr wie eine avantgardistische Videoinstallation anfühlt und stellenweise doch anstrengend sein kann und dem Zuschauer jeglichen Zugang verwehrt. Apropos anstrengend, noch nie war ich wegen dieses extremen Südstaatengenuschels so dankbar für die Einblendung von Untertiteln.

Der eher ungeplant letzte Film des Tages war THE SPECTACULAR NOW, der neue Film von James Ponsoldt, der bei uns erst kürzlich mit seinem zweiten Film SMASHED in den Kinos war.
In THE SPECTACULAR NOW verfolgen wir den charmanten Highschoolschüler Sutter Keely in seinem Senior Year wie er das Leben zu einer einzigen Party macht und keinerlei Gedanken an seine Zukunft verschwendet – er lebt quasi im „spektakulären Jetzt“. Eines Tages jedoch trifft er auf die etwas naive und für die Zukunft planende Aimee Finicky, zu der er sich trotz aller Unterschiede hingezogen fühlt.
Der Film ist oberflächlich betrachtet ein klassischer Coming-of-Age Independent, der sich vordergründig mit Sutter Keely, Aimee Finicky und deren Beziehung zu einander befasst und dennoch genügend Tiefe besitzt sich auch mit dem Konflikt und der Konfusion vieler Jugendlicher zu befassen was sie denn nun mit ihrer eigenen oder gemeinsamen Zukunft anstellen wollen bzw. sollen. Das alles jedoch wird von Ponsoldt auf geschickte Weise genutzt um noch ein anderes Thema anzusprechen: Alkoholismus unter Jugendlichen. Allerdings war mir persönlich die Auseinandersetzung mit dem Thema nicht kritisch genug, obwohl es Ponsoldt versteht dieses vollkommen wertungsfrei anzusprechen. Darüber hinaus weiß der Film mit seiner nicht gänzlich indie-typischen Inszenierung und seiner Besetzung – hier vor allem Miles Teller und Shailene Woodley in den Hauptrollen – durchaus zu gefallen.

Tag 6: somalische Piraten und die wärmste Farbe von allen

Den Anfang des Tages machte ein Film der sich zwar mit Piraterie auseinandersetzt, aber weit entfernt vom klassischen Piratenfilm entfernt ist. Und da die moderne Piraterie in Filmen kaum bis gar nicht thematisiert wird, war ich gespannt darauf, wie dies umgesetzt wurde. Die Rede ist von Tobias Lindholms A HIJACKING.
Die MV Rozen ist auf dem Weg zu ihrem Zwischenhafen und wird inmitten des indischen Ozeans von somalischen Piraten gekapert und die Mannschaft, unter ihnen u.a. der Schiffskoch Mikkel und der Techniker Jan, als Geiseln genommen. Die Verhandlungen um mehrere Millionen US-Dollar Lösegeld mit der Reederei werden aufgenommen und es beginnt ein zynisches Spiel um Leben und Tod.
Lindholm, der zusammen mit Michael Noer bei R sein Regiedebüt gab und als Autor bei DIE JAGD mitgewirkt hat, befasst sich in seinem neuen Film vornehmlich mit den Auswirkungen einer solchen Schiffsentführung. Sei es die extrem physische sowie psychische Belastung für die direkt betroffene Mannschaft, eine ebenso harte Geduldsprobe für Familienmitglieder und das moralische Dilemma in welchem sich die Verantwortlichen in den oberen Führungsetagen der Reedereien befinden. Um all dies so realistisch wie möglich erscheinen zu lassen, inszeniert Lindholm den Film annähernd kammerspielartig und mit einer Intensität, die den Zuschauer den schieren Terror und die pure Verzweiflung fast schon spüren lassen. A HIJACKING ist bestes skandinavisches Kino.

Nach A HIJACKING war es endlich soweit, der am sehnlichsten erwartete Film und große Favorit des diesjährigen Filmfestes meinerseits lief endlich und LA VIE D’ADÈLE von Abdellatif Kechiche sollte sowohl meinen Erwartungen als auch seinen bisherigen Lobpreisungen mehr als nur gerecht werden.
Die 15-jährige Adèle ist ein ganz normales Mädchen, sie ist gut in der Schule, hat einen Freund und doch fehlt ihr etwas. Das ändert sich schlagartig als sie eines Tages die Studentin Emma sieht und vom ersten Moment an trotz einer gewissen Unsicherheit von ihr fasziniert ist. Aus dieser Faszination heraus begibt sich Adèle auf die Suche nach Emma und ihr Leben ändert sich schlagartig.
Der Film erzählt die Geschichte einer bedingungslosen Liebe zweier Personen mit all ihren Höhen und Tiefen und wirkt trotz seines bekannten Grundgerüsts so frisch als ob dieses noch nie Verwendung fand. Zu verdanken ist dies zum einen Kechiche, der es versteht seine Geschichte über das Leben und die Liebe so intim, real, dynamisch, dokumentarisch und kunstvoll zu inszenieren, als ob man inmitten dieser wäre und direkt am Leben von Adèle teilnimmt – und das ohne jeden Kitsch. Und zum anderen Adèle Exarchopoulos, die die Rolle der Adèle mit so viel Leben erfüllt, dass es eine wahre Freude ist ihr in all den schönen und misslichen Momenten zuzuschauen.
LA VIE D’ADÈLE ist ein wundervoller Film der sich die Zeit nimmt, die er für seine Ode an das heulende, küssende, schmatzende, leckende und hautnahe Leben benötigt, ein fast schon cineastischer Hochgenuss und ein großartiger Beitrag zum New Queer Cinema.

Tag 7: hypnotisierte Kunstdiebe, eigennützige Drogenhändler und eine schicksalhafte Verwechselung

Tag sieben feierte seinen Einstand mit TRANCE, dem neusten Werk von Danny Boyle. Mit diesem ist er sich seiner bisherigen Linie – keine Genre zweimal – treu geblieben, da er dieses mal einen Actionthriller mit Heist-Motiven abliefert.
Simon ist ein angestellter in einem Auktionshaus und lässt sich auf einen Coup mit kriminellen Bande ein um ein millionenschweres Goya-Gemälde zu stehlen. Als er während des Coup schwer am Kopf getroffen wird, merkt er als er aufwacht, dass er jegliche Erinnerung an die Geschehnisse nach dem Kopftreffer vergessen hat, dazu zählt auch das Versteck des Gemäldes. Da auch physische Gewalt nicht helfen, greift der Anführer Franck zu einer anderen Lösung: Hypnotherapie. Dies hat allerdings fatale Folgen für alle Beteiligten.
Anfänglich mutet TRANCE noch als klassische Heist-Movie an, wandelt sich dann aber mit dem Auftreten der Hypnotherapeutin Elizabeth Lamb schnell zu einem psychologischen Thriller, bei dem die Linien zwischen Realität, Suggestion und Betrug schnell verwischen. Aber leider ist das auch der Zeitpunkt, an dem Boyle sich immer mehr in seinem Wirrwarr aus Wendungen verheddert, so dass kaum Raum für eine kohärente und nachvollziehbare Handlung, glaubhafte Charakterentwicklung oder eine auch nur ansatzweise kritischere Auseinandersetzung mit der missbräuchlichen Verwendung von Hypnose übrig bleibt und der Film so zu einem dennoch kurzweiligen und ansatzweise spannenden aber eher nervtötenden, bonbonfarbenen und zu lauten Musikvideo verkommt.

Nach TRANCE ging es dann zum zweiten Film des Tages, DRUG WAR von Johnnie To.
Ein Verkehrsunfall wird für Timmy Choi zum Verhängnis, als dieser in das gleiche Krankenhaus eingeliefert wird, in dem auch der Polizist Lei Zhang nach einem erfolgreichen Schlag gegen eine Schmugglerbande zu Gange ist und er mitbekommt, dass es sich bei Choi um einen Drogenhersteller handelt. Angesichts einer drohenden Todesstrafe bietet Choi Zhang seine Kooperation an, um einen Drogenring zu zerschlagen, doch Zhang traut Chois Hilfe nicht gänzlich.
Ich war überrascht, als ich feststellen musste, dass DRUG WAR doch tatsächlich mein aller erster Film von Johnnie To ist und kann deswegen auch keinerlei Erfahrungen früherer Filme mit einfließen lassen, es war also eine Premiere für mich.
Nach ROMANCING IN THIN AIR ist DRUG WAR Tos zweiter Film auf dem chinesischen Festland und nutzt diesmal aber den Norden Chinas, genauer Tianjin und hält sich vor allem an entrückte und kalte Orte wie Autobahnen, Häfen und Industriegebiete um in einer Art „procedural“ die Polizeiarbeit Chinas im Kampf gegen die Drogen und die unglamouröse Seite des Drogengeschäfts darzustellen.
DRUG WAR ist ein Thriller mit markanten Charakteren, leicht verschrobenen Eigenheiten, zwei großartigen Actionsequenzen und einem bitterbösen Ende, welches deutlich macht das keine der beiden Seite die Oberhand in diesem Kampf hat. Leicht verwirrt hat mich nur die Inszenierung, da der Film wie eine Fernsehproduktion wirkte. Ob das Absicht war?

Im letzten Film des Tages reisen wir von China nach Japan und wohnen im aktuellen Film LIKE FATHER, LIKE SON von Kore-eda Hirokazu einem Familiendrama bei.
Sechs Jahre nach der Geburt ihres Kindes erfahren Ryota und Midori, dass ihr Sohn Keita nicht ihr leiblicher Sohn ist. Auf Grund eines Zwischenfalls im Krankenhaus wurden die Neugeborenen zweier Familien damals vertauscht. Beide Familien sehen sich nun vor eine unlösbare Aufgabe und Entscheidung gestellt und versuchen mit der Situation so gut wie möglich zurecht zu kommen.
Kore-eda Hirokazu inszeniert mit LIKE FATHER, LIKE SON ein auf das Wichtigste reduziertes, stark gespieltes und äußert ruhiges Drama – man merkt ihm seine dokumentarischen Wurzeln deutlich an – über die Frage was Elternschaft vor allem für den Vater wirklich bedeutet und welche Rolle dabei Veranlagung oder Erziehung spielen. Ist es die Blutsverwandtschaft zum Kind oder dessen Erziehung die den Vater Vater werden lassen? Neben dieser Frage zeigt Kore-eda Hirokazu aber auch die mit der Entscheidung die Kinder zu tauschen einhergehenden Auswirkungen auf Eltern und Kinder. Darüber hinaus wird auch ein Bild der japanischen Gesellschaft gezeichnet, in dem Kore-eda Hirokazu die zwei gegensätzliche Familien zeigt und diese gegenüber stellt und dabei vor allem den Leistungsgedanken der Eltern herausarbeitet und kritisiert.

Tag 8: Outlaws in Folksongs, eine problematische Scheidung und das unausweichliche Ende

Der letzte Tag des Filmfest München beginnt mit dem malerischen Texas der 70er Jahre in David Lowerys AIN’T THEM BODIES SAINTS.
Bob und Ruth sind wie Pech und Schwefel, sie verbindet eine leidenschaftliche Liebe dich scheinbar alles übersteht. Nach einem Überfall sind die Beiden auf der Flucht und liefern sich mit der örtlichen Polizei einen Schusswechsel bei dem Ruth einen Polizisten anschießt. Als sie gefasst werden, nimmt Bob die Schuld auf sich um Ruth und das ungeborene Kind vor dem Gefängnis zu bewahren. Nach vier Jahren gelingt es Bob aus dem Gefängnis auszubrechen um mit Ruth und seinem Kind zusammen zu sein.
Es ist ein Film über die Liebe, ihrer Idee, ihres Mythos und ihrer gnadenlosen Vergänglichkeit, wie sie von den Menschen auf unterschiedlichste Weise wahrgenommen und wie unterschiedlich sie von diesen gelebt wird. Mit seinem zweiten Film AIN’T THEM BODIES SAINTS verneigt sich David Lowery zudem vor all den Outlaw-Filmen der 1960er und 1970er Jahre und dem Genre/der Mythologie des Western. Untermalt wird diese Hommage dabei von einer an Malick erinnernden poetischen Bildsprache und einem wunderschönen atmosphärischen Soundtrack. Aber trotz alldem gibt es kleinere Missstände die mich zum einen nicht emotional an den Film binden und zum anderen keinerlei Eigenständigkeit durchblicken lassen.

Im nächsten Film auf dem Plan wenden wir uns von den texanischen Outlaws ab und richten unseren Blick auf eine Scheidung in Asghar Farhadis THE PAST.
Nach vier Jahren Trennung kehrt Ahmad aus Teheran auf Bitten seiner Frau Marie nach Paris zurück um mit ihr die Scheidungsunterlagen zu unterschreiben. Allerdings erfährt Ahmad dabei, dass Marie wieder mit jemandem zusammen ist und muss gleichzeitig auch noch um seine Stieftochter Lucie kümmern, die sich immer mehr von ihrer Mutter distanziert. Ahmads Bemühungen bringen allerdings viele offene Wunden und Geheimnisse hervor.
Wie schon in A SEPARATION thematisiert Asghar Farhadi auch in seinem neuen Film THE PAST die Probleme zweier Menschen die im Begriff sind sich scheiden zu lassen. Doch dieses Mal ist er losgelöst von all den politischen und religiösen Zwängen, denen er während A SEPARATION noch ausgesetzt war und porträtiert in THE PAST die komplexe Beziehung einer französischen Patchworkfamilie mit all ihren Eigenheiten und Verfehlungen, die mit der Situation rund um die Scheidung absolut überfordert zu sein scheint und die durch immer mehr hervorgebrachte Enthüllungen vor eine schwere Probe gestellt wird.
THE PAST ist ein eindringliches und emotionales Werk über fehlende Kommunikation innerhalb der Familie, das Vergeben von Fehlern und das Loslassen von Vergangenem, welches A SEPARATION absolut ebenbürtig ist.

Der Abschluss des Tages und des Filmfest München für mich war YOUR TIME IS UP von Kim Sung-hyun und hätte für diese Situation keinen passenderen Titel haben können.
Nach dem er trotz Misstrauen seinem arbeitslosen Bruder Jin-ho Geld für das Einschreiben zu einem Studio geliehen hat, findet Seok-ho heraus, dass das Geld anderweitig zur Verwendung kam und konfrontiert Jin-ho damit und verlangt das Geld innerhalb einer Woche zurück. Nach dieser einen Woche erfährt Seok-ho allerdings das sein Bruder tot aufgefunden wurde und versucht hinter die Geschehnisse zu kommen – mit fatalen Folgen.
Besessenheit, Lust, Gewalt und andere Gefühle haben wir alle in uns, sind Teil unseres Lebens, nur wissen wir sie gekonnt zu unterdrücken. Was aber passiert wenn durch Depression, Einsamkeit und vielleicht auch durch eine unstillbare Unzufriedenheit eben jene unterdrückten Gefühle zu Tage bringen? Mit dieser Frage setzt sich Kim Sung-hyun in seiner Abschlussarbeit YOUR TIME IS UP für die Korean Academy of Film Arts auseinander. Der Film besticht vor allem durch eine ästhetische Inszenierung, wie man sie sonst von den Studioproduktionen her kennt. Allerdings hat der Film ob seiner angesprochenen Thematiken so seine Probleme mit der teils lethargischen Erzählweise der Geschichte und den recht flachen Figuren, so dass am Ende trotz des KAFA-Bonus nur ein durchschnittlicher guter Film übrig bleibt.

Bewertungen:
STEIN DER GEDULD – 8/10
FOXFIRE – 5/10
AS I LAY DYING – 7/10
THE SPECTACULAR NOW – 7/10
A HIJACKING – 8/10
BLUE IS THE WARMEST COLOUR – 9/10
TRANCE – 5/10
DRUG WAR – 6/10
LIKE FATHER, LIKE SON – 8/10
AIN’T THEM BODIES SAINTS – 6/10
THE PAST – 8/10
YOUR TIME IS UP – 5/10

Es ist geschafft. Das Filmfest München ist mit diesem Resümee nun auch für mich endlich zu Ende.

Ich möchte an der Stelle auch gar nicht zu weit ausholen; das Filmfest München war auch dieses Jahr wieder ein tolles Erlebnis mit vielen wunderbaren Filmen – auch wenn der Großteil ungesehen blieb – und Begegnungen und ich freue mich schon auf das nächste Jahr.

Und euch danke ich für eure Aufmerksamkeit. Servus.

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